Atlantiküberquerung: Was haben wir täglich gekocht und verbraucht?

Bei einer Atlantiküberquerung darf eins nicht vergessen oder außer Acht gelassen werden: Die Verpflegung der Crew. Denn das trägt zu 100% zum Wohlbefinden an Bord bei und bedarf einer entsprechende Planung. Vor unserer Atlantiküberquerung hatten wir bereits Törns von bis zu fünf Tagen hinter uns. In diesem Zeitraum hält sich alles Frische weitgehend ohne Probleme. Nun hatten wir aber geplant, von Gran Canaria – ohne Stopp auf den Kap Verden – nach Martinique zu segeln und rechneten mit mindestens 25 Tagen auf dem Meer. Das ist eindeutig eine andere Nummer. Wie sind wir vorgegangen:

  1. Wir haben beobachtet, was und wie oft wir gerne essen und haben dann aufgeschrieben wie viel wir davon in einer Woche verbrauchen.
  2. Verschiedene Fertiggerichte, wie Instant-Nudelsuppen, haben wir getestet bevor wir sie in größeren Mengen gekauft haben. So etwas muss wirklich schmecken, sonst isst man es bei rauen Bedingungen oder Müdigkeit nicht. Oder stellt Euch vor ihr kauft viel von etwas ein, das euch dann wirklich nicht schmeckt.
  3. An Bord haben wir getestet, welches Gemüse sich wo am Besten hält und wie lange. Bei uns war der beste Platz in einem hängenden Netz (drinnen! nicht draußen am Boot). Lag das Gemüse irgendwo auf, wurde es schneller weich und schimmelte. Entsprechend konnten wir abschätzen, wie viel Paprika, Auberginen, Orangen und Co. wir kaufen konnten und welche Mengen Verschwendung gewesen wären.
  4. Wir haben uns Gedanken gemacht, was wir gerne und schnell an Tagen essen können, an denen wir aufgrund von Wellengang nicht kochen können. André mag fast jedes Essen aus der Dose, das war also nicht schwer. Ich jedoch nicht, da esse ich lieber nichts. Daher habe ich Zwieback, Kekse und Nutella für mich mitgenommen. Das mag ich immer und habe es auch gegessen.
  5. Wir haben uns nicht auf den Kühlschrank verlassen und eher weniger frische Dinge (wie Käse, Schmand usw.) gekauft.
  6. Sprossen: Innerhalb von 4-5 Tagen kann man Sprossen in einem Glas ziehen. Es gibt spezielle Sprossengläser dafür zu kaufen. So hat man wieder etwas Frisches an Bord, das sogar gesund ist. Alfalfa-Sprossen sind eindeutig am unkompliziertesten.
  7. Zusätzlich zu unseren Einkäufen hatten wir noch einen Grabbag für den Notfall. Dieser ist vollgestopft mit EPa (Einmannpackungen von der Bundeswehr). Von dem Inhalt hätten wir auch 10-20 Tage gut leben können.
  8. Wasser: wir rechneten mit jeweils 2 Liter reines Trinkwasser pro Person für 30 Tage. Letztendlich hatten wir deutlich mehr dabei. Zusätzlich mit unseren Wassertanks hatten wir um die 336 Liter Wasser an Bord. Davon haben wir so 210 Liter verbraucht. Eher weniger, da wir in unseren 80L Wassertank nicht reinsehen können. Wichtig waren auch Softdrinks, da diese Zucker enthalten und wach machen. Lecker sind sie ja auch 😉

Da ich bei der Planung der Proviantierung genaue Listen des Verbrauchs vergeblich gesucht habe, notierte ich während unserer Atlantiküberquerung mal, was wir gekocht und verbraucht haben. An Bord waren wir zwei Personen. Hier ist die Liste:

Tag VerbrauchWas gab es?
Tag 11 Pckng Kekse
1 Pckng Feta
Kartoffeln
1/2 Paprika
2 Tomaten
1 Salatherz
Kartoffeln mit Feta
und ein kleiner Salat
Tag 22 Eier
2 Bananen
2 Orangen
1 Apfel
1 Pckng Reisnudeln
1/2 Paprika
1 Aubergine
2 Möhren
Frühstück: Kartoffel/
Feta Rest
+ Spiegelei
Mittags: Obst
Abends: Reisnudeln
mit Gemüse
Tag 32 Bananen
Toast
3 Eier
Scheibenkäse
1 Apfel
8 Tofuwürstchen
1 Glas Rotkohl
Kartoffeln
Frühstück: Banane
Mittag: Käsetoast mit Ei
Abends: Bratkartoffeln mit
Würstchen (Tofu –
hält sich besser) und Rotkohl
Tag 42 Bananen
1 Salatherz
2 Tomaten
1 Pckng Feta
Kartoffeln
Toast
2 Eier
Frühstück: Kartoffeln/Rotkohl-Rest
Mittag: Toast mit Käse
Abends: Kartoffeln/Feta/Salat
Tag 51 Apfel
2 Bananen
2 Eier
Instant Nudelsuppe
Frühstück: Kartoffel-Rest+ Eier
Mittag: Instant Nudelsuppen
Abends: Hannah Rest Suppe,
André : Müsli
Tag 61 Apfel
Toast /Käse
Geriebener Käse
2 Paprika
1 Zwiebel
1 Dose Tomaten
Frühstück: Toast + Käse
Mittag: Müsli
Abends: Nudeln/Gemüse
mit Käsesauce
Tag 71 Orange
1 Pckng Wraps
2 P. Falafel
1 P. Feta
1 P. Schmand
1 Paprika
1 Zwiebel
Frühstück: Nudel-Rest
Mittag: Wieder Nudel-Rest
Abends: Wraps/Falafel/Gemüse
Tag 81 Apfel
1 Orange
1/2 Kohl
1 Paprika
1 Kokusmilch
Frühstück: Müsli
Mittag: Wraps-Reste
Abends: Reis/Quinoa Mix
mit Kohl/Paprika
Tag 91 Orange
Brot/Frischkäse
Müsli
Frühstück: Müsli
Mittag: Brot und Frischkäse
Reis-Rest
Tag 104 Scheiben Brot
Getrockneter Kabeljau
Kartoffeln
Käse
Instant Nudelsuppe
Frühstück: Brot mit Marmelade
Mittag: Nudelsuppe
Abends: Kabeljau/Käse/Kartoffeln
Tag 112 Äpfel
4 Scheiben Brot
1 Zitrone
Mahi Mahi (selber
gefangen)
Frühstück: Brot mit Nutelle
bzw. Marmelade
Mittag: Mahi Mahi und Reste
vom Vortag
Abends: Brot
Tag 122 Orangen
1 Paprika
Kartoffeln
1 Feta
1 Zwiebel
1/4 Kohl
1 Glas Oliven
1 Nudeln
Frühstück: Brot + Nutella
Mittag: Kartoffeln + Feta
Vorgekocht: Nudeln mit Gemüse
Tag 131 Apfel
2 Orangen
Frühstück: Brot mit Marmelade
Mittag: Nudeln mit Gemüse
Abends: Nudeln mit Frischkäse
Tag 14KartoffelnFrühstück: Müsli
Mittag: Nudelsuppe
Abends: Kartoffeln mit
Schmand + Zwiebeln
Tag 151 Orange
1 Nudelsuppe
1 Dose Fleisch (für André)
Frühstück: Müsli
Mittag: Fleisch aus der Dose
für André, Hannah= Nudelsuppe
André: Spaghetti mit Pesto
Tag 16
(Wellen!)
2 Nudelsuppen
1 Orange (letzte)
Frühstück: Brot mit Nutella
Mittag: Nudelsuppe
Abends: Kekse/Rest Suppe
Tag 17
(Welle!)
1 RisottopfanneFrühstück: Brot mit Marmelade
/ Müsliriegel
Mittag: Risottopfanne
Abends: Kekse
Tag 18
(Welle!)
1 Dose Thunfisch
2 Wraps
2 Nudelsuppen
Frühstück: Wraps mit selbst
gezogenen Sprossen
Mittag: Nudelsuppe
Abends: André: Dose Thunfisch,
Hannah: Zwieback
Tag 191 Spaghetti
1 Pesto
1 Zwiebel
2 Wraps
Frühstück: Wraps mit Sprossen
spät Mittag: Nudeln mit Pesto
Abends: nichts mehr
Tag 20Wraps
Pilze aus dem Glas
Nudelsuppen
Kartoffeln/ 1 Zwiebel
Frühstück: Wraps mit Pilzen
und Sprossen
Mittag: Nudelsuppen
Abends: Kartoffeln mit Zwiebeln
Tag 21
(Squalls)
2 Nudelsuppen
Kekse
Frühstück: Müsli
Mittag: Nudelsuppe/Trocken
Knoblauchbrot
Abends: Kekse
Tag 22Brot selber gebacken
Nudelsuppen
Frühstück: Kekse
Mittag: Nudelsuppe
Abends: Brotzeit
Tag 232 NudelsuppenFrühstück: Brot
Mittag: Brot
Abends: Nudelsuppen
Tag 241 Spaghetti
1 Pesto
Frühstück: Brot
Mittag: Nudeln mit Pesto
Abends: Nudeln mit Pesto (Rest)
Tag 25Kartoffeln
2 Zwiebeln
Reis, Sauce
Frühstück/Mittag: Kartoffeln
mit Zwiebeln
Abends: Reis mit Tomatensauce
Tag 261 Spaghetti
1 Pesto
Frühstück: Müsli
Mittag/Abends: Reis mit Pesto
Tag 271 Spaghetti
Pesto
Frühstück: Müsli
Mittag/Abends: Nudeln mit Pesto

Was würden wir im Nachhinein anders machen?

  1. Mehr gute Kekse! Vor allem die Schokokekse waren schnell weg, obwohl wir einige davon hatten.
  2. Mehr Brot. Wir hatten Mehrkornbrot/Pumpernikel dabei. Davon haben wir drei Packungen verbraucht und haben dann selber Brot gebacken. Wraps waren auch eine gut Alternative. Davon hätten wir auch gerne mehr gehabt.
  3. Die grünen Apfel haben sich extrem gut gehalten. Davon hatte ich aber vielleicht nur 8 dabei. Deutlich zu wenig.

2 Kommentare

  1. Hallo,
    ein interessanter Einblick.
    Ich fahre erst im November und finde solche Infos daher doppelt interessant. Zumal das Thema Proviant nur selten mit Essensplänen untermauert wird.

  2. Liebe Hannah, lieber André, es gab einmal eine Zeit wo ein Kühlschrank ein unglaublicher Luxus an Bord war. Auch war zu diese Zeit die Stromversorgung noch beinahe hinter dem Mond. Was haben den die Menschen mit der Erhaltung von Lebensmitteln gemach? Genau das, was unsere Grosseltern schon beherrschten. Aber durch die Marketing- und Wohlstandstendenzen, sowie der Bequemlichkeit vergessen geraten sind. Ich bin in der französischen Kultur zu Hause gewesen, da ist ein Essen eine Zeremonie. Auf dem Schiff bediene ich micht weitgehend diesen Tipps hier und verzichte auf kaum etwas. Schaut Euch das an, hier ist der Link: https://youtube.com/c/MelissaMirFOOD

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